FG060 Klimawandel

Ozeanographie und die düstere Zukunft unseres Planeten

Stefan Rahmstorf
Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist Ozeanograph und Klimaforscher am renommierten Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er an der niederländischen Nordsee. Die Leidenschaft für das Meer war also früh geweckt. Nach dem Studium der physikalischen Ozeanographie schälte sich das Klima als Forschungsgegenstand schnell heraus: „Klima ist letztlich Physik“, sagt Rahmstorf, „und der Ozean ist einer der wichtigsten Teile des Klimasystems.“

Und so sprechen wir in dieser Episode über die Folgen des Meeresspiegelanstieges, der nicht mehr gestoppt werden kann, selbst wenn es gelingen würde, den weiteren Anstieg der globalen Erwärmung zu stoppen. Die großen Eismassen auf Grönland und der westantarktische Eisschild werden vermutlich noch über Jahrhunderte weiter abschmelzen - mit unabsehbaren Folgen: Zum einen Hitzeextreme sowie zum anderen extreme Niederschläge, die mit dem zunehmendem Wasserdampf in der Luft deutlich öfter auftreten (werden).

„Es ist sehr deprimierend, wie lethargisch die Menschheit auf diese existenzielle Bedrohung reagiert“, sagt Rahmstorf, der auch die Bundesregierung in Sachen Klimawandel beraten hat. Denn der Klimawandel kann ganze Staaten und das friedliche Zusammenleben der Menschheit destabilisieren. Höchste Zeit zu Handeln!"

5 Gedanken zu „FG060 Klimawandel

  1. So, ich möchte mal eine Vorhersage machen bei der ich nicht weiß ob sie nicht schon eingetreten ist. Dazu hole ich etwas aus.

    Wir Menschen sind bequem und jede´Veränderung unseren Handelns ist erstmal unbequem. Ein Verzicht ist ebenfalls unbequem. Der Klassiker ist ja Übergewicht, ich habe auch etwas davon. Man weiß um das Problem, man kennt die Risiken, man weiß auch was man machen müsste – aber man tut es nicht weil es ist ja noch nicht wirklich schlimm und morgen kann ich das ja auch noch bekämpfen.
    Der Prozess des Schlimmerwerdens dauert aber lange und ist einigermaßen Stufenlos. Leute werden über lange Zeit dicker und zwar jedes Jahr, jeden Tag ein Bischen. Wie auch bei Software Projekten die in Verzug geraten und sich am Ende um Monate verzögert haben. Da gibt es keinen Punkt an dem diese Verzögerung zustande kam, die haben sich jeden Tag ein wenig verzögert und in Summe kam dann diese lange Verzögerung bei raus.
    Jedenfalls weil dieser Prozess langsam und schleichend ist, ist dessen Änderung gering. Wenn ich in einer Woche um 50 g zunehme, ist das für mich innerhalb dieser Zeit keine Verschlechterung für mich, wenn das Softwareprojekt in einer Woche eine Stunde in Verzug gerät, einen Punkt nicht schafft, dann ist man zuversichtlich das in der nächsten Woche aufholen zu können, so wie ich der garantiert bestimmt ab morgen sicher mit viel Sport anfängt und seine Ernährung umstellt.
    Man kann die Veränderung laufend beobachten, wir wiegen uns, messen Klimadaten, wir gucken zu, aber von einem Jahr zum Nächsten können wir keine Verschlechterung feststellen, das sind nur Schwankungen, ist eben ein extremer Sommer. Und das liest man auch jetzt in den Zeitungen und hört man im Fernsehen, “die Natur wird viele Jahre benötigen um sich von dieser Dürre zu erholen”. Was für ein Blödsinn, da erholt sich nichts, denn es wird nichtmehr so wie früher. Das bleibt jetzt so oder wird schlimmer.
    Aber diesen Trugschluss verstehen viele Menschen nicht. Es geht ihnen gut. Und daher wird auch nicht gehandelt. Es ist noch nicht schlimm, es tut noch nicht weh, ich bin doch noch gesund, letztes Jahr ging es mir doch gut und jetzt mit den 2 kg mehr ist doch auch nicht anders. Man findet also Ausreden um Unbequemlichkeiten zu vermeiden und nicht jetzt handeln zu müssen.
    So lebt man weiter, so wie immer, ohne etwas zu ändern, man wiegt sich und misst Klimadaten.
    Und irgendwann, da tut es weh, da bekommt man Hüfte oder Herz oder Atemnot oder Diabetes oder es wird zu trocken. Was macht man dann? Ja, man könnte auch jetzt noch etwas machen, aber das wäre dann schon sehr schmerzhaft dieser Lebenswandel. Je länger wir zugucken, desto drastischer muss später gehandelt werden. Aber wird überhaupt jemals gehandelt werden?
    Beim Übergewicht ist das oft nicht der Fall. Da stellen Betroffene irgendwann wenn es weh tut fest, dass es zu spät ist. Und sie entscheiden sich lieber jetzt noch so wie gewohnt weiterzuleben und sich nicht einzuschränken, als einen radikalen Lebenswandel zu unternehmen.

    Was ist passiert?
    Man hatte immer eine Ausrede, am Anfang, dass man ja noch viel Zeit hat und etwas machen könnte wenn man wollte. Später dann, dass es eh schon zu spät ist.
    Und am Ende hat man die ganze Zeit nichts getan. Das war maximal bequem.
    Ich vermute so wird sich die Menschheit auch verhalten. Da wird noch solange in saus und braus weitergelebt und Kohle und Öl verbrannt bis es eben zu spät ist. Das betrifft dann andere Menschen, neue Generationen.

    Was ich vorhersagen wollte:
    Irgendwann in den nächsten Jahren wird dieser Punkt kommen, an dem dann festgestellt wird, dass es zu spät ist und man ab jetzt lieber so weiter macht wie vorher um noch ein paar schöne Jahre zu genießen.
    Wer diesen Punkt ausrufen wird ist noch unklar und auch wie schnell sich dieser Gedanke oder diese Einstellung durchsetzen wird, aber ich bin mir sicher, dass das kommt. Nicht nur beim Klima, auch bei der Verschmutzung und vielen anderen aktuellen Problemen.

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