FG097 Hacker School

Jugendliche früh an das Programmieren heranführen

Julia Freudenberg
Julia Freudenberg

"Jedes Kind soll einmal programmiert haben, bevor es sich für einen Beruf entscheidet." So lautet das Ziel, das sich die Hacker School gesetzt hat. In Hamburg beheimatet, aber deutschlandweit aktiv, wendet sich die gemeinnützige GmbH vor allem an Jugendliche im Alter zwischen elf und 18 Jahren. Die Kursangebote – als Teil des Unterrichts oder außerschulisch in Kooperation mit Unternehmen – geben Impulse für die spätere Berufswahl. Insbesondere Mädchen helfen sie, Barrieren zu überwinden und das Thema IT für sich zu entdecken.

Julia Freudenberg, Leiterin der Hacker School, ist Feuer und Flamme für ihre Mission, Jugendliche fürs Programmieren zu begeistern. Und das geht einfach durch Ausprobieren: Ohne Notendruck können die Schülerinnen und Schüler für eine praktische Aufgabe ihren eigenen Lösungsweg finden – eben einen Hack. Und mit dem Erfolgserlebnis stellt sich die Erkenntnis ein, dass Programmieren einfach eine coole Sache ist.

Die Hacker School ist 2014 gestartet und wird alleine in diesem Jahr rund 12.500 Jugendliche erreichen. Sie setzt auf ein großes Netzwerk, in dem auch zahlreiche Unternehmen mittels Corporate Volunteering eingebunden: Oft sind es Auszubildende, die einen IT-Beruf erlernen und als sogenannte Inspirer die Kurse leiten. Sie sprechen auf Augenhöhe mit den Jugendlichen und zeigen: Programmieren ist mehr als Code schreiben. Man braucht Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken – oder kurz: Future Skills, um die digitale Welt mitgestalten zu können.

Der Stifterverband hat die Hacker School 2021 im Rahmen der Initiative ""digital.engagiert"" gefördert und als Bildungsort des Monats ausgezeichnet.

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8 Gedanken zu „FG097 Hacker School

  1. Ach du heiliger Anglizismenbimbam: Ich habe es bis 7:10 Min ausgehalten. Dann hatte ich mein BINGO! voll und habe, gemäß meiner Gabe!!11!!EinsElf der Selbstbestimmung, die Folge gelöscht.

  2. Hmm, scheinen mir ja qualitativ sehr hohe und qualitifizierte Kommentare zu sein, mir hat es gut gefallen … thema ist wichtig und sehr vernachlaessigt und gut zu wissen, dass es so etwas gibt und Menschen sich anderen dafuer zur „Verfuegung“ stellen …

    Danke !

  3. Initiativen zur Berufsbildung kommen generell auch am Gymnasium viel zu kurz. Warum will eigentlich alle Welt studieren? Am Ende haben wir promovierte Geisteswissenschaftler, die im Callcenter arbeiten und niemanden im Handwerk, seien es nun Programmierer oder Tischler…

    Schade, dass solche und ähnliche Projekte durch viel Freiwilligenarbeit aufzufangen versuchen, was an Digitalisierung an Schulen schiefläuft. All diese Arbeit, um die geschaffenen Strukturen dann doch nur als Übergang zu strukturellen Veränderungen an den Schulen zu sehen. Das erfordert schon viel Idealismus und Uneigennützigkeit.
    Das führt natürlich zu der Frage, was sich strukturell an Schulen ändern sollte. Derzeit scheint sich durchzusetzen, dass es nicht unbedingt Programmierkenntnisse braucht, sich der vernünftige Umgang mit Medien aber durch alle Fächer ziehen sollte, was ich ganz vernünftig finde. Dazu braucht es natürlich sinnvolle Fortbildungen für die Lehrenden.

    Ich wollte mal ein Thema vorschlagen. „Die grüne Mauer“ – sie soll das Fortschreiten der Wüste in der Sahelzone aufhalten, indem Bäume/Nutzpflanzen auf 10 Mio Hektar gepflanzt werden. Das Prinzip funktioniert sehr gut. Es wurden international bereits Millionen investiert. Leider stockt das Projekt bzw. die Finanzierung/(u.a. Korruption)… In manchen afrikanischen Staaten läuft es gut, in anderen wie z.B. dem Tschad droht es zu scheitern. Gibt gerade einen sehr guten Artikel im Greenpeace-Magazin dazu. Interessant auch das hier:
    https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/gruene-mauer-lohnt-sich-auch-oekonomisch/

  4. Ich denke, ein Grund für die abnehmenden Zahlen der Studienerwerber in MINT-Fächern wurde nicht genannt: die ständig staatlicherseits verschlechterten finanziellen Randbedingungen für Student:innen. MINT ist ein zeitaufwendiges Studium, da kann man nicht abends kellnern gehen, sondern muss büffeln. Dementsprechend weichen Menschen auf Fächer aus, die mit einem Nebenjob eher verträglich sind.

  5. Wer einen Grund sucht, warum MINT-Nachwuchs fehlt, muss sich nur mal das (auch öffentlich rechtliche) deutsche Fernsehen als Spiegel der Gesellschaftsmeinung ansehen: Selbst in den vielfältigen Quizssendungen, in denen es um Wissen geht, vergehen keine 10 Minuten in denen nicht ein Promi oder der Moderator sich damit brüskiert, dass er Mathe noch nie konnte oder Nawi langweilig ist.

    Solange man in der Öffentlichkeit als MINT-interessierte Person wie ein Aussenseiter behandelt wird, wird man auch niemanden dafür motivieren können.

    Statt: „Du machst Mathe? öh, das konnte ich noch nie und ich fand es langweilig” müsste es heißen: „Du machst Mathe? Toll, das würde ich auch gerne können”

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