FG063 Geothermie

Die Wärme aus der Tiefe als wichtiger Beitrag zur Energiewende

Ingo Sass
Ingo Sass
Website ResearchGate

Mit der Geothermie will der Geologe Ingo Sass eine unerschöpfliche und vor allem klimafreundliche Energiequelle für den Alltagsgebrauch erkunden und erschließen. An seinem Lehrstuhl für Angewandte Geowissenschaften an der TU Darmstadt verbindet er dafür Ingenieurtechnik und Naturwissenschaften.

Das Energiepotenzial ist riesig: Unsere Erde ist im Kern 6.000 Grad Celsius heiß. Sie erzeugt damit einen Wärmestrom bis hin zur Erdoberfläche. Diese Geothermie ist eine mehr als nur alternative Energiequelle für die Beheizung von Wohngebäuden, Büros und Produktionshallen. Allerdings wird sie trotz vieler positiver Eigenschaften in Mitteleuropa noch viel zu wenig eingesetzt.

Ingo Sass will durch seine Lehr- und Forschungstätigkeit dazu beitragen, die Akzeptanz der Geothermie bei Immobilienbesitzern, Baubehörden, Energieanbietern und Unternehmen zu steigern sowie für die notwendige Planung zu sensibilisieren. Dafür sieht er drei Ansatzpunkte: fundiertes Wissen über Geothermie vermitteln, technische Risiken bei deren Nutzung minimieren, Deutschland trotz aller Widerstände zum wissenschaftlichen Top-Player auf diesen Gebieten machen.

9 Gedanken zu „FG063 Geothermie

  1. Zum letzten IPCC-Bericht äußerte sich Wirtschaftsminister Altmaier folgendermaßen:
    »China zeigt im Augenblick, dass Elektromobilität möglich ist. Was dort möglich ist, müsste in einem hochentwickeltem Land wie Deutschland allemal funktionieren.«

    Nach Hören dieser Podcast-Ausgabe hat man Gefühl, es würde mehr bringen, sich für die Geothermie in China zu engagieren als direkt in Deutschland.

  2. Andererseits: Poing.

    Resultat der Gutachten: “kein Zusammenhang zwischen Geothermie und Erdbeben” und dann auch noch “Beben nicht verantwortlich für die an Gebäuden aufgetretenen Schäden”.

    Aber große Hysterie und Ansturm gegen die GT, Poing wird aktuell auch immer gerne in Puchheim genannt beim Widerstand gegen die GT-Anlage dort.

  3. Was für ein schmieriger Lobbyist. Beim Thema Risiken “Staufen” nicht einmal anzusprechen und den Bürgern von Basel Versicherungsbetrug zu unterstellen. Da braucht er sich halt auch nicht wundern, wenn ihm der lästige Bürger nicht vertraut. Schade, das Tim da nicht kritischer nachfrägt :(

    • Ich kann mich nicht erinnern, dass Herr Sass den Bürgern von Basel Versicherungsbetrug unterstellt hat. In meiner Ausgabe hat er im Gegenteil der Versicherung vorgeworfen von sich aus evtl. zu großzügig reguliert zu haben.

  4. Interessantes Gespräch.
    Mir war neu, dass man die oberflächennahe Nutzung durch Wärmepumpentechnik auch unter Geothermie zusammenfasst, da man ja mit der selben Technik auch Wärme direkt aus der Luft gewinnt. Unter Geothermie habe ich immer die Wärme aus dem Erdinneren verstanden.

    Unter dem Kapitel Risiken hätte ich allerdings schon erwartet, dass man ehrlicherweise auch auf Staufen eingeht. Das ist meiner Erfahrung nach bei Gesprächen mit irgendwelchen Leuten immer der erste Punkt, der gegen Tiefbohrungen aufgeführt wird. Nicht, dass man giftige Stoffe, oder explosive Gase anbohrt….

    Zum Thema EnEV:
    Es wurde so dargestellt, dass die EnEV nur die Dämmung und Abdichtung von Gebäuden regelt. Das ist aber gerade nicht so.
    Sie regelt auch die gesamte Anlagentechnik für Klimatisierung (Heizen, Kühlen und Warmwasser), und bei nicht Wohngebäuden sogar die Beleuchtung.
    Weiterhin zielt sie bei der Begrenzung des Energieverbrauchs auf sogenannte Primärenergie ab und nicht auf den tatsächlichen Energiebedarf im Gebäude. Wenn jemand sein Haus mit 100% erneuerbaren Energien betreibt, dann muss er auch nur den hygienischen Mindestwärmeschutz (u.a. Vermeidung von Schimmel) einhalten und braucht z.B. nicht 20 cm Dämmung auf die Wand packen.
    Regelungen für Bestandsgebäude sind übrigens auch Bestandteil der EnEV.

    Eigentlich sollte die EnEV auch zum nächsten Jahr vom GEG (Gebäudeenergiegesetz) abgelöst werden, welches die Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV), des Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammenführen sollte.
    Leider ist das Gesetz im letzten Jahr vor der Sommerpause im Status eines Referentenentwurfs “stecken geblieben”, da es noch zuviele (teils sicher auch berechtigte) Einwände gab. Dann kam Wahlkampf für die Bundestagswahl, dann ewige Koalisationsverhandlungen. Im Ergebnis wurde dann das “Bauminesterium” dem Heimatmuseum von Seehofer zugeschlagen und die Prioritäten lagen offensichtlich nur noch beim Thema Flüchtlinge, am Ende sollte sogar der einzige Baufachmann im Ministerium (Staatssekretär Adler) für die Versetzung von AfD-Berater Hans-Georg Maaßen entsorgt werden.
    Fakt ist, es gibt meines Wissens noch keinen neuen Gesetzentwurf, obwohl die EU-Gebäuderichtlinie eigentlich eine entsprechende Gesetzgebung ab 2019 (zumindest für Gebäude der öffentlichen Hand) erfordert.

    Inhalt des GEG wäre unter anderen ein stark verbesserter Quartiersansatz von dem ihr ja in eurem Gespräch auch berichtet habt.

    https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Gesetze/energieeinsparung_referentenentwurf_bf.pdf

    http://www.enev-online.eu/geg_news/180214_kommentar_m_tuschinski_zu_koalitionsvertrag_und_bundesbauministerium.htm

  5. also bei uns in wien stecken da seit gefühlt drei wochen alle paar meter eine menge sensoren im boden. und alle fragten sich , was das wohl wäre

  6. Gestört haben mich die Seitenhiebe auf die Windkraft. Einerseits beklagt der Gast die NIMBY-Mentalität der Deutschen, andererseits wird der Landschaftsverbrauch von Windkraftanlagen als Tatsache dargestellt.

    Gut fand ich das Plädoyer für großtechnische Lösungen. Die Begeisterung für kleinteilige autarke Systeme habe ich noch nie verstanden.

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