FG082 Kriminalbiologie

Über kriminalistische Spurensuche und angewandte Wissenschaft jenseits der ausgetretenen Pfade

Mark Benecke
Mark Benecke
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Bei einem Mordfall kann jede Spur wichtig sein, mag sie auch auf den ersten Blick noch so abseitig erscheinen. Zum Beispiel was für Schmeißfliegen eine verweste Leiche besiedelt haben. Passen die Insekten eigentlich zum Fundort oder fand das Verbrechen ganz woanders statt? Solche Fragen sind nicht etwa der übersteigerten Phantasie von Drehbuchscheibern amerikanischer Krimiserien entsprungen, sondern ganz real. Und Mark Benecke hilft, sie zu beantworten.

Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger wird Benecke (geb. 1970) zu Rate gezogen, wenn es darum geht, die klassische Rechtsmedizin durch sein sehr spezielles Wissen zu ergänzen. Insekten und Mikroorganismen können nämlich einiges über die Umstände eines Tötungsdelikts verraten. So konnte Benecke etwa für ein aufsehenerregendes Gerichtsverfahren anhand von Fliegenmaden den Todeszeitpunkt zu bestimmen und dadurch das Alibi des Täters zu Fall zu bringen.

Wissenschaft bildet für den Spurenkundler das Fundament für seine Erkenntnisse. Und Benecke ist selbst ein Forschender im Sinne der Wahrheitsfindung. Nur eben nicht an einem Institut oder einer Hochschule, sondern sozusagen mit seinem freien Detektivbüro. Deutschlands wohl bekanntester Kriminalbiologe ist nebenbei auch noch Musiker, Politiker und Vortragsreisender, um seine Fälle einem breiten Publikum anschaulich zu vermitteln - das dann beispielsweise erfährt, warum es unklug sein kann, eine Leiche in einen Teppich einzuwickeln.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein von Tim Pritlove. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.

15 Gedanken zu „FG082 Kriminalbiologie

  1. Wieder ein tolles Gespräch, v.a. der Schlussappell. In meinem Podcastcatcher las ich nur „Kriminalbiologie“ – ohne Mark Benecke zu lesen, den ich kenne und das aktuelle gerade zu 50% gelesen habe – und ich habe sofort reingehört, denn es ist ein aktuelles Thema / Interesse für mich, weil ich zurzeit den Podcast „Rechtsmedizin – Dichtung und Wahrheit“ durchhöre.

    Was bei den Shownotes fehlt ist das Buch, mit welchem man, laut Mark, einen Nobelpreis gewinnt.

    Wer auch gut passen würde zum Thema „Mord, Leichen, Forensik“, ist Michael Tsokos von der Charité.

    • Wow.
      Ich denk Herr Benecke läuft populär so bissal unter: Dr. MADE, schwer tätowiert und morbid.
      Dass er so bissal mehr drauf hat… Diese Distanz zwischen ‘öffentlicher’ Wahrnehmung und WER der wirklich ist (vor 20 Jahren irgendwas in…. Indonesien?) geht ihm glaub ich am Arsch ab.
      Aber wär schön mehr mehr Menschen wüssten worumgeht..
      Geil gefragt. Manchmal muss man Leute auch reden lassen- jedenfalls die, die was zu sagen haben.

      Hmm.
      Gerechtigkeit.
      Gegen Ende hat Herr Benecke schon gewisse Prämissen offen gelegt.

      Hätt man da nachhaken sollen?
      NULL!

      War nich Thema.

      Danke jedenfalls.
      Geiles Ding

      Vogel

  2. Oha, Portfolio..?! Was für ein Reizwort ;)
    Großartiges Stück Forschgeist, wieder tiefe Einblicke in die Nerdseelen gewonnen. Toller Interviewpartner und wieder toll geführt! Thx!

  3. Ich sage nur: Wow! Sowohl inhaltlich als auch was die Persönlichkeit des Interviewten angeht. Das nenne ich mal einen interessanten Einblick in das Nerdtum.

  4. Tolles Gespräch, danke! Allerdings schätze ich an “Forschergeist” vor allem auch Tims vertiefende Fragen; die kamen hier etwas zu kurz, weil Mark Benecke die Kunst der Abschweifung perfektioniert hat.

    • Was Kurt Gödel sagt! Wissenschaftlich geht es leider ein bisschen weniger in die Tiefe als wir das bei Forschergeist gewohnt sind. Trotzdem vielen Dank für das dennoch unterhaltsame Gespräch.

  5. Bis zum Schlußstatement dachte ich: “Ach, der Mark, der ist aber schlau, vielleicht ein bißchen seltsam, aber in derselben Partei wie ich und er kann so schön reden, so daß ich es auch verstehe.”
    Bei seinem Schlußstatement hab ich gemerkt, wie Recht er hat und leider wenig Hoffnung gewonnen, dass sein Appell Wirkung zeigt.

    Sehr gefallen hat mir auch, zu hören, wie die von mir sehr geschätzte Interviewtechnik von Tim bei maximaler Nerdigkeit des Interviewten an ihre Grenzen stößt. :D

    beste Grüße in Erwartung weiterer Folgen
    RTF

  6. Gott, ist der Herr unsympathisch. Der hat ja sooo viele Titel und ist der Beste und Einzige der das alles kann und nimmt nicht einmal Geld dafür…
    Eigenlob stinkt!
    Trotzdem spannend. Und der Podcast allgemein ist sowieso der Hammer.

    • Ich fand genau diese direkte, selbstbewusste Sprache total sympathisch! Damit kann ich wunderbar umgehen.
      Ich habe es auch nicht als Selbstlob wahrgenommen, sondern als Leidenschaft für das Thema.

  7. Großartige Folge! Toller Interviewpartner!
    Wie erfrischend diese direkte, harte Ansprache!
    Mich beeindrucken Menschen, die sich mit so viel Leidenschaft mit Themen auseinandersetzen. Super!

    Vielen Dank!

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