FG044 Digitalisierung der Bibliotheken

Aufgaben, Wandel und Zukunft des Bibliothekswesens

Ralf Stockmann
Ralf Stockmann
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Bibliotheken sind die etablierten Spieler im Bereich der Wissenssammlung
und -katalogisierung und sehen sich im digitalen Zeitalter einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Während Bücher weiterhin eine Rolle spielen steht der Zugriff auf wissenschaftliche Forschung vor einem Wandel. Aber vor allem die umfangreiche Digitalisierung der Werke, seiner Metadaten und Inhalte steht jetzt im Mittelpunkt der bibliothekarischen Arbeit.

Wir sprechen mit Ralf Stockmann, Referatsleiter „Innovations-Management - Online-Bibliotheksdienstleistungen“ bei der Staatsbibliothek zu Berlin über traditionelle und zukünftige Rolle von Bibliotheken beim Zugang zu Wissen und Forschung, der Erschließung und Katalogisierung von Quellen, dem Aufbereiten und Verfügbarmachen der Daten, der Bewahrung und Archivierung der gewonnenen Informationen, dem Verhältnis der Bibliotheken zu Wissensprojekten wie Wikipedia und Suchmaschinen, den Möglichkeiten der Analyse von Big Data und der Anwendung neuer Methoden des maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz.

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11 Gedanken zu „FG044 Digitalisierung der Bibliotheken

  1. Pingback: Podcast: Digitalisierung der Bibliotheken | Archivalia

  2. Sehr sehr schöner Podcast,

    ich kann mich Ralf nur anschließen. Den Aufruf am Ende möchte ich noch erweitern.

    Nerds bzw. Hacker, kommt ins Bibliothekswesen. Wer Interesse und Spaß an Technik hat, aber es sich nicht vorstellen kann im Informatikstudium dauerhaft über abstrakten Algorithmen zu brüten, findet hier vielleicht eine Alternative. Besonders wenn das für einen zutrifft was Tim einmal sagte: “Einen Nerd kann man prinzipiell für Alles begeistern”.

    Man darf, kann und muss sich immer wieder in unterschiedliche Themen einarbeiten. Es ist also der perfekte Arbeitsplatz für Menschen, denen schnell langweilig wird.

    Leider habe ich es selber erlebt, dass unter vielen meinen Kommilitonen im Studium der Bibliothekswissenschaften, immer noch eine Technikangst besteht. Ich habe extra das Wort Technikangst und nicht Technikfeindlichkeit geschrieben. Über die Technikfeindlichkeit der 1980iger, ein Stigma das dem Bibliothekswesen heute immer noch anhängt, sind wir längst hinaus. Aber leider gibt es unter der aktuellen Generationen die heute an die Hochschulen kommen, immer noch zu wenige die Spaß daran haben auch mal eine Zeile Code zu schreiben. Einem Informatiker nachträglich bibliothekarisches Denken bei zu bringen ist immer eine komplexes Unterfangen.

  3. Hallo,

    vielen Dank für dieses Thema. Als Informatiker und Ehemann einer Archivarin, die ungewollt für die digitale Überlieferung eines größeren Stadtarchivs verantwortlich ist, stellte ich mir schon häufiger die Frage, ob Archive und Bibliotheken bei dem Thema Digitalisierung ausreichend zusammenarbeiten. Nach dieser Folge verschwimmt für mich zudem die Abgrenzung zwischen den Disziplinen.
    Hätte ich bisher gedacht, das Archiv ist mehr für die Langzeiterhaltung da und die Bibliotheken eher für die Verfügbarkeit, so scheint die Herangehensweise doch oftmals sehr ähnlich.
    Da Ralf jetzt auch noch das V-Modell angesprochen hat, kam ich nicht mehr um einen Kommentar herum (das V-Modell ist auch außerhalb des Wasserfalls wunderbar anwendbar und hat große Berechtigung; man merkt schnell in Projekten, wenn wegen Missachtung die Qualität durch fehlende Teststufen den Bach runtergeht).
    Ich fände es spannend, wie die Zusammenarbeit aus Sicht der Bibliotheken aussieht. Hier scheint zudem deutlich mehr Manpower verfügbar zu sein. Aus den Archiv-Kreisen höre ich sehr viel von Archivaren, die sich theoretische Gedanken machen. Auf die Straße kommt aber nur sehr wenig (und manchmal sträuben sich einem Informatiker auch die Haare). Gerne würde ich den Aufruf für Informatiker auch aus Archiven hören, bisher aber vergeblich.

    Viele Grüße

    René

    • Ich hatte vor ein paar Jahre mal Einblick in die Digitalisierungspraxis eines zentralen Archivs eines Bundeslandes. Also kann sich inzwischen vieles verändert haben. Dort im Archiv standen die gleichen Gerätschaften die auch in einer Bibliothek zu finden sind. Also high-end Scanner die automatisch die Seiten umblättern und auch sonst alles haben, was man sich wünscht. Allerdings wurden die Scanner nur als bessere Kopierer benutzt um schnell viele Archivalien in sehr guter Qualität an den Benutzer liefern zu können. Die Digitalisierung erfolge nur auf Nachfrage eines Benutzers und die Digitalisate wurden danach nicht gespeichert.

  4. Pingback: Kultur-News KW 21-2017 | Kultur - Geschichte(n) - Digital

  5. Einfach immer wieder eine Freude diese Podcast Reihe zu hören. Vielen dank!

    Wiedermal ein sehr gute Folge. Sie zeigt den Bereich des Bibliothekswesens aus einem Blickwinkel den ich so noch nie betrachtet habe und gibt doch noch ein paar andere Standpunkte wieder.
    Für mich als Student sind Bibliotheken sehr sehr wichtig nützlich. Der hier im Podcast angesprochen Umbruch der stadtfindet zu immer mehr Menschen, die die Bibliothek nutzen um zu lernen und zu arbeiten und nicht unbedingt um ein Buch auszuleihen stimmt genau mit meiner Auffassung überein. Die Bibliothek wird fortbestehen, denn sie ist einer der besten Orte um sich Wissen anzueignen und auch durch den Austausch mit anderen den eigenen Horizont zu erweitern!
    Danke nochmal für die anregende Folge.

  6. Warum kommen die Metadaten nicht von den Verlagen? Die müssten doch als Dienstleister bei den Abo-Preisen in Frage kommen! Eine digitale Version der Quelle und der Metafaten liegt denen ja in den meisten Fällen vor. So würde man viele parallele Arbeiten an den lokalen Biblioteken sparen. Danke fürs Hörvergnügen!

    • Für neue, digital entstandene Werke ist das natürlich der Fall. Aber: vor dem Jahr 2000 kommt man nur schwer an entsprechende Daten heran, selbst die Verlage haben ihre digital-born Fassungen nicht immer aufbewahrt.
      Völlig unmöglich ist es, an entsprechende Daten vor ca. 1980 ran zu kommen.
      Der ganze Bereich der gemeinfreien Werke (70 Jahre nach Tod des Autors, also alles vor ca. 1920) muss (derzeit) komplett händisch erschlossen werden.

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