FG023 Welt in Balance

Über die Zukunft der Welt und die Verantwortung der Wissenschaft

Franz Josef Radermacher
Franz Josef Radermacher

Wirtschaftskrisen, die wachsende Weltbevölkerung und der sich verschärfende Klimawandel erschüttern das Bild einer Welt, die sich über Bildung, Forschung und eine sozialorientierte Ausrichtung der wirtschaftlichen Entwicklung in eine Zukunft verwandelt, die für alle Menschen lebenswert erscheint. Es stellt sich die Frage, ob wir künftig ein Zweiklassensystem etablieren oder noch eine Chance auf eine Welt in Balance haben.

Wir sprechen mit Franz Josef Radermacher, Leiter des Forschungsinstituts für Anwendungsorientierte Wissensforschung (FAW) in Ulm, der sich schon im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit Wirtschaft und Informatik früh diesen Fragen gestellt und sich auch im Rahmen seines Engagements für den Club of Rome mit der Erforschung der Rahmenbedingungen für eine stabile, prosperierende Entwicklung der Menschheit beschäftigt hat.

17 Gedanken zu „FG023 Welt in Balance

  1. Sollte Herr Rademacher hier mitlesen würde ich mich sehr freuen, wenn er eine persönliche Einschätzung zu den Überlegungen eines BGE (bedingungsloses Grundeinkommen) abgeben könnte. Mir wäre dabei jedoch wichtig, sich nicht allein auf die Vorschläge des DM-Gründers zu stützen, sondern sich erstmal auf die allgemeine Ebene zu begeben – zur jeweiligen Finanzierung gibt es ja diverse Ansätze.
    Ich finde es beispielsweise spannend, dass es einerseits Überwachungsbürokratie wie in den Jobcentern überflüssig machen würde, Anreize zu selbstständigen Tätigkeiten nach eigenem Gusto (Beispiel Podcasting) schaffen und die Verhandlungsposition in Einstellungsgesprächen umdrehen würde – Wer nicht mehr zu jeder Tätigkeit genötigt werden kann kann auch ein angemessenes Einkommen oder angenehmere Arbeitsbedingungen wie flexible Arbeitszeiten etc. einfordern.

  2. Bin begeistert über diese klare Analyse unserer Situation.
    Dank an Tim für die Auswahl seiner Gesprächspartner.
    Das macht Spaß.
    Dank an Prof. Rademacher für sein Engagement in diesen wichtigen Fragen.

  3. Offen gestanden fand ich die Aussagen von Herrn Radermacher enttäuschend.
    Wenn das das Ergebnis jahrzehntelander Forschung sein soll fände ich das ein wenig enttäuschend.
    Das kann man in 30min Schramm oder Pispers auch erfahren.
    3 Möglichkeiten wie sich die Welt entwickeln wird und die Optimisten tippen auf die 2 Klassen Gesellschaft.
    Die Zunahme der Bevölkerung als Ursache der Probleme auf der Welt ?
    Das bedeutet dann im Umkehrschluss dass die Reduzierung dieser unsere Probleme lösen wird ?
    Da würd ich keine Wetten drauf annehmen.
    Mit Verlaub, das ist doch recht banal und keineswegs ausreichend um daraus eine Apokalypse zu entwickeln.
    Das der Mensch nicht vordergründig zur Vernunft neigt ist doch keine Erkenntnis der letzten 20 Jahre.

      • Ich habe noch die Folge “cradle to cradle” im Hinterkopf.
        Da steckt,ob realistisch oder nicht, wenigstens noch eine Vision dahinter die erstrebenswert erscheint und Mut macht.
        Ich brauche keine Instititutionen die den Weltuntergang vorhersagen.
        Das kann ich zur Not auch selbst tun…

      • Sollte ich mal zu der Selbstüberschätzung kommen, mich klüger als andere zu fühlen, sind Sie,Herr Doktor Schoppmann, der erste der es erfährt… :-)
        Bis dahin behalte mich mir vor, auch ohne den Nachweis herausragender Publikationen von der Kommentarfunktion Gebrauch zu machen.

        Schönes Wochenende

  4. Großartige Folge. Es scheint schon mehr gute Ansätze in der Politik zu geben, als es oft so klar ist, auch wenn die Umsetzung (noch ?) zögerlich ist..
    Ich hab tatsächlich etwas an hoffnung für diese welt gewonnen :D

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  7. sehr gut! – gerade im Zusammenhang mit der Folge über Cradle to Cradle.
    Als weitere Erweiterung in diese Richtung empfehle ich den Vortrag von Mathias Horx auf dem Cradle to Cradle Kongress 2015 http://youtu.be/Q5AktFfujGE.
    Es gibt keine einfachen Antworten mehr – kein Grund enttäuscht zu sein
    Danke Tim
    F-Tom

  8. Ergänzend möchte ich hier noch auf eine Sendung des Philosophischen Quartetts mit dem Titel “Ist die Welt noch zu retten?” (allerdings aus 2012) verweisen, wo Franz Josef Radermacher zusammen mit Harald Welzer zu Gast war: https://www.youtube.com/watch?v=7-qTU4fsn3A
    Interessant daran ist, dass – beide im aufrichtigen Bemühen um eine “Welt in Balance”, wie ich ihnen abnehme – Radermacher eben eher den analytischen “Blick von außen”, das Denken in kontrastierenden Szenarien – okay, manch einer würde sagen, die eher technokratische Brille – nutzt…
    …Welzer eher die Perspektive von innen her einnimmt, wo es weniger auf bis zum Ende durchdachte Analysen und darauf aufbauende “Roadmaps” ankommt, sondern der primäre Hebel der Transformation es ist, vor allem “einfach mal anzufangen”, “sich auf den Weg zu begeben”, quasi durch das Einüben anderer alltäglicher Praxen umgedreht “vom Handeln zum Wissen” zu gelangen.
    Letztlich finde ich beides sich komplementär ergänzend wichtig: die vielleicht eher mechanistische Analyse von Systemdynamiken als auch die eher lebensweltliche Perspektive.

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