FG014 Wissenschaftsgeschichte Asiens

Ein Blick auf die Entwicklung von Wissen und Forschung im asiatischen Raum

Dagmar Schäfer
Dagmar Schäfer
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Unser heutiges Bild von Wissenschaft ist stark geprägt von den Errungenschaften und Fortschritten der europäischen und amerikanischen Gesellschaften der letzten Jahrhunderte. Und während hier zweifelsohne bahnbrechende und wichtige Ergebnisse erzielt wurden, sind Erfindungen, Erkenntnisse und wissenschaftliche Arbeit keineswegs auf diesen Raum beschränkt. Zur Justierung des Gesamtbildes hilft ein Blick auf die Wissenschaftsgeschichte Asiens und Chinas im Besonderen.

Wir sprechen mit Dagmar Schäfer. Sie ist Sinologin und Direktorin der Abteilung "Artefakte, Handeln und Wissen" des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte. Im Gespräch erörtert sie, welche wissenschaftlichen Entwicklungen Asien über die Jahrhunderte genommen hat, wie das Kräfteverhältnis von Politik, Wissenschaft, Herrschaft und Religion zu deuten ist und welche Weltbilder chinesische und andere asiatische Gesellschaften prägten.

3 Gedanken zu „FG014 Wissenschaftsgeschichte Asiens

  1. Das war so interessant, wie ich es mir vorgestellt habe. Schön, dass dieser Faden aus der ersten Folge wieder aufgenommen wurde.

    Es klang so, als wäre noch ein weiter Weg zu gehen vom Bild jetzt vielleicht multipler isolierter Entwicklungszentren hin zu einer global verflochtenen Ideengeschichte. Man könnte zwar eine gewisse Gefahr darin sehen, sich dabei zu sehr von einen gewollten Fairness leiten zu lassen, aber die Gefahr scheint mir hier doch nicht allzu hoch zu sein, da die Übertragung von Wissen durch Vernetzung von kulturellen Sphären offenbar ein nachweislich wichtiger Faktor für die Entwicklung von Technik und Systematiken/Theorien war.

    Nachdem die Wissenschaft in den verschiedensten Ländern auch immer wieder Phasen der nationalen Fokussierung und Abgrenzung durchlaufen hat und durchläuft, sehe ich gerade im Trend zur Globalgeschichte eine schöne Möglichkeit das zu überwinden.

  2. Spannende Folge. Die Wissenschaftsgeschichte konkreter Kulturen und Zeiträume zu betrachen fände ich als Thema häufiger interessant. Da lernt man doch nicht wenig, über seinen eigenen Tellerrand hinausszuschauen.

    Apropos Rand:
    Mir ist schon mehrfach aufgefallen, dass du von der bösen Kirche im Mittelalter sprichst, die meint, die Erde sei eine Scheibe. Das ist ein Mythos. Also das mit der Erde als Scheibe. Es gibt reichlich mittelalterliche Überlieferungen, die deutlich machen, dass es common knowledge war, dass die Erde eine Kugel ist.
    Das mit der bösen wissenschaftsfeindlichen Kirche ist dann wieder ein anderes Thema, das sich nicht so leicht beantworten lässt, wie man es aus der Perspektive der Moderne so gern tut.

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