FG028 Moore, Paludikultur und das Klima

Über die Bedeutung von Sümpfen und Mooren für das Weltklima

Hans Joosten
Hans Joosten
Moorkundler und Paläoökologie, Universität Greifswald
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Moorforschung hat in Greifswald Tradition: Schon 1826 wurden hier erste torfbotanische Untersuchungen publiziert. Heute gehört Hans Joosten von der Uni Greifswald zu den führenden Moorforschern in Deutschland. In dieser Episode erzählt er uns davon, wie er sich schon von Jugend an für das Moor und seine Erforschung begeistert hat. Kein Wunder: Ist er doch als Niederländer direkt „im Moor geboren“. Doch wäre Hans Joosten nur unzureichend beschrieben, wenn man ihn ausschließlich als Forscher wahrnähme. Denn er war immer schon politisch aktiv. Die weltweite Zerstörung der Moore und ihre unübersehbaren Auswirkungen auf das Weltklima trieben ihn derart heftig um, dass er vor seiner Greifswalder Zeit die „aggressivste Moorgruppe der Niederlande“ gründete, wie er der „taz“ einmal anvertraute, um mit hunderten von Verfahren wegen nicht beachteter Moorschutzgesetze für das Thema zu sensibilisieren. Heute ist er Generalsekretär der Internationalen Moorschutzorganisation und arbeitet auch im Rahmen des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC) zum Thema Moore.

Etwa 50 Wissenschaftler und Experten sind in der Greifswalder Moorforschung tätig und leisten wichtige Forschungsbeiträge, etwa zur Klimarelevanz der Moore: Denn Moore machen zwar nur drei Prozent der Erdoberfläche aus, speichern jedoch mehr CO2 als der gesamte Waldbestand der Erde. Und so sprechen wir munter über Windmühlen, Polder, Spreewaldgurken, über neue Anforderungen an die Landwirtschaft, indonesische Minister und die schwierige Kultivierung von Sümpfen (=Paludikultur).

5 Gedanken zu „FG028 Moore, Paludikultur und das Klima

  1. Meine Güte, ich war fast ein bisschen enttäuscht als ich die Überschrift dieser Folge gelesen habe, aber nach ein paar Minuten konnte ich nicht mehr ausschalten, so sehr hat mich das Thema gepackt. Mal wieder eine tolle, horizonterweiternde Forschergeist Folge.

  2. Das war ein neuer Höhepunkt in dieser Reihe. Herzlichen Dank auch an Prof. Joosten. Da habe ich mal wieder viel gelernt.

  3. Das tolle an den Forschergeist-Podcasts ist für mich, dass man wirklich alle anhören kann.

    Ob ich mich jemals für Moore interessiert habe? Nein, nicht die Bohne.
    Weil ich weiß, dass die Sendungen hier qualitativ hochwertig sind, habe ich ihn dennoch runtergeladen und wurde wieder einmal nicht enttäuscht.

    Wie Tim weiter oben schon schrieb: mal wieder horizonterweiternd.

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