Forschergeist
Horizonte für Bildung und Forschung
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FG018 Die Vermessung der Welt

Visualierung und offene Daten als Mittel der ökonomischen Forschung und der Wissenschaftspublikation

Max Roser forscht am Institute for New Economic Thinking der Universität in Oxford an Forschungsprogrammen rund um die globale Einkommensentwicklung und arbeitet empirisch an Statistiken und Analysen, um volkswirtschaftliche Zusammenhänge und Entwicklungen deutlich werden zu lassen. Aus eigener Initiative startete er das Projekt "Our World In Data", das führende Studien verschiedener Forschungsgebiete im ökonomisch-soziologischen Bereich analysiert und die dort erarbeiteten Zahlen visualisiert und neu kombiniert.

Wir sprechen über neue Ansätze in der Ökonomie-Forschung, die Bedeutung von Visualisierungen und Big Data für die Wissenschaftskommunikation sowie über den Nutzen des Internets für die Forschung und Öffentlichkeitsarbeit insgesamt.

https://forschergeist.de/podcast/fg018-die-vermessung-der-welt/
Veröffentlicht am: 21. September 2015
Dauer: 1:32:25


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Vorstellung 00:00:42.487
  3. Akademische Entwicklung 00:03:25.850
  4. Der Weg nach Oxford 00:07:11.241
  5. Forschung zu Einkommensverteilung 00:10:32.772
  6. Forschen mit großen Datenmengen 00:18:53.296
  7. Debatte um das richtige Wirtschaftssystem 00:25:46.441
  8. Our World In Data 00:31:44.172
  9. Das Netz im Dienste der Wissenschaft 00:56:13.734
  10. Wissenschaft und Datenjournalismus 01:06:23.192
  11. Öffentlichkeit für Studien schaffen 01:10:40.308
  12. Kooperative Auseinandersetzung mit Zahlen 01:17:04.743
  13. Ausklang 01:29:33.856

Transkript

Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Es gibt schon Überschneidungen, bei denen das thematisch Sinn macht. Das Thema was ich gerade angesprochen habe, Einkommensverteilung, hat zu einem Großteil das Thema Gerechtigkeit im Hintergrund und da ist es ein Thema, was sowohl in der Philosophie natürlich als auch in der Ökonomie angelegt ist. Die Ökonomie, wie viele andere Wissenschaften, kommt aus der Philosophie. Die großen grundlegenden Texte sind geschrieben von Leuten wie Adam Smith zum einen oder Marx zum anderen. Leute, die sich sowohl in Philosophie als auch in Ökonomie auskennen. Und es gibt auch heute noch Ökonomen, die sehr stark in beiden Disziplinen verwurzelt sind. Das ist das eine und zum anderen ist glaube ich mein Interesse vorher schon immer irgendwie ein bisschen zwischen Sozialwissenschaften und zu verstehen von der Welt im großen gegangen. Und zum anderen hatte ich immer ein starkes mathematisches Interesse. Mein ursprünglicher Plan war irgendwann mal, Physik zu studieren und sehr viel mathematischer unterwegs zu sein. Und dann hatte ich Geowissenschaften ausgewählt, weil ich gedacht habe, das ist vielleicht so ein Mittelweg zwischen einer Naturwissenschaft, die mathelastig ist und einem Blick auf die Welt, wie sie entstanden ist und wie sie heute ausschaut im Großen. Und von Volkswirtschaft wusste ich damals nichts, auch weil Volkswirtschaft kein großes Thema in der Schule in Deutschland ist. Aber letztlich ist Volkswirtschaft genau das was gesucht habe. Ein Fach, was stark in der Mathematik verwurzelt ist, aber thematisch sich anschaut, wie die Welt sich verändert und wie die Welt zu dem geworden ist, wie sie heute ist.

Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Ja.

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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Das hat sich sehr stark gewandelt über die letzten Jahre. Die Einkommensverteilung war kein großes Thema in der Zeit, in der die moderne Ökonomie geschrieben worden ist. Im 20. Jahrhundert war das in den 50er, 60er, 70er Jahren war die Einkommensverteilung kein großes Thema. Zum einen deshalb, weil die Einkommensverteilung über die erste Hälfte vom 20. Jahrhundert sehr stark gefallen ist. Die Armen haben schnelleres Einkommenswachstum erlebt als die Reichen. Und das war der Fall in Deutschland, in England, in den USA, in quasi allen reichen Ländern ist die Einkommensschere stark zusammengegangen über die ersten 50 Jahre vom 20. Jahrhundert, vor allen Dingen über die Zeit vom 2. Weltkrieg. Und in den 60er/70er Jahren war die Einkommensungleichheit auf konstant historisch niedrigem Niveau. Und dann haben wir über die letzten drei Jahrzehnte, die 80er, 90er und 2000er haben wir sehr unterschiedliche Trends in verschiedenen Ländern. In manchen Ländern steigt die Einkommmensungleichheit sehr stark, vor allen Dingen in den USA, wo Einkommen für die ärmsten 50-60% von der Bevölkerung fast stagnieren oder nur sehr gering zuwachsen und das obere Drittel starke Einkommenszuwächse hat. Und die Einkommen sich dort eben auseinander entwickeln. Und in anderen Ländern passiert das nicht so sehr oder auch gar nicht. Niederlande, Japan sind Länder, in denen die Einkommensungleichheit nicht zunimmt oder im Vergleich sehr viel weniger zunimmt. Also jetzt haben wir sehr unterschiedliche Entwicklungen, aber eben vor allen Dingen auch, weil die Einkommensungleichheit in den USA so stark zunimmt. Hier in England gab es einen großen Sprung der Zunahme der Ungleichheit in den 80er Jahren unter der Regierung von Thatcher. Und weil die Einkommensungleichheit zunimmt ist es auch wieder ein sehr viel stärkeres Thema und jetzt in den letzten 10 Jahren oder ist es auch in der Ökonomie wieder ein sehr zentrales Thema geworden. Dieser große Überraschungserfolg von Thomas Pikettys Buch im letzten/vorletzten Jahr im Französischen, hat das Thema wirklich sehr stark zurückgebracht in den wissenschaftlichen Diskurs auch.

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Max Roser
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Tim Pritlove
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Ja.

Max Roser
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Genau. Also der Punkt ist nicht, dass es eine Kollektion von besonders optimistischen Daten ist, sondern der Punkt ist, dass man die Daten, die verfügbar sind, die besten Daten, die wir kennen, darzustellen und dann ist es tatsächlich der Fall, dass die meisten Entwicklungen sehr positiv sind. Bei Umweltthemen, die sind auch Teil von der Webpublikation, ist es nicht immer der Fall. Obwohl man da auch differenzieren muss. Zum Beispiel hast du jetzt Wald angesprochen, dieses Jahr jetzt gerade vielleicht vor 2-3 Monaten gab es eine große Publikation entweder in Science oder Nature, die gezeigt hat, dass zum ersten Mal die globale Waldfläche zunimmt. Und es ist sicher seit Jahrhunderten das erste Mal, die Waldrodung und Abholzung ist nichts neues, sondern geht soweit zurück, wie Menschen versuchen, das Land urbar zu machen und Landwirtschaft zu betreiben. Und heute durch sehr viel produktivere Landwirtschaft ist es möglich, die Agrarflächen zu reduzieren und tatsächlich wieder Flächen zu bewalden. Also im Schnitt nimmt die Waldfläche wieder zu. Es ist natürlich auch richtig, dass die Waldfläche vor allen Dingen in den tropischen Regenwäldern immer noch schrumpfen und abgeholzt werden. Und der Fall ist auch weiterhin in Brasilien, auch wenn da der Trend rückläufig ist seit mehreren Jahren. Aber die Flächen in den reicheren Ländern, die Waldflächen dort zunehmen. Und auch vor allen Dingen in China stark zunehmen. Was ich auch nicht gewusst habe, bevor ich das Paper gelesen habe. Aber China macht große Aufforstungsprojekte anscheinend. Und das sorgt dafür, dass die Waldfläche wieder zunimmt.

Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Ja und das ist auch tatsächlich in manchen. Das ist noch nicht überall umgesetzt, aber in vielen Abschnitten der Webpublikation ist es schon der Fall und es ist jeder Artikel, jedes Thema soll so behandelt werden, dass im ersten Teil die langfristige Entwicklung dargestellt wird. Wie haben sich Demokratien über die letzten 200 Jahre verändert? Welche Länder sind wann demokratisch geworden und wann sind sie wieder zurückgefallen? Und diese langfristige Perspektive soll im ersten Abschnitt dargestellt werden und im zweiten Abschnitt soll das dann in Verbindung gesetzt werden mit den anderen Themen, die auf der Webseite publiziert werden. Und es soll erklärt werden, was wissen wir darüber, warum Länder demokratisch werden? Zum Beispiel ein entscheidender Punkt da ist die Bildung. Und dann versuche ich die Forschung darzustellen, die empirische Forschung, die es zu der Frage der Demokratisierung gibt. Und dann ein paar Visualsierungen auch daraus darzustellen. Zum Beispiel für die Demokratie habe ich eine Visualisierung gemacht, in der du so einen Scatter-Plot hast, bei der du eine Variable gegenüber einer anderen Variable darstellen kannst. Auf der X-Achse unten siehst du für jedes Land die Bildungssituation in den 1970ern und auf der Y-Achse als abhängige Variable sozusagen siehst du den Demokratisierungs-Index, den wir vorher besprochen haben und dann siehst du diese starke Korrelation, die dir anzeigt, dass die Länder, die eine stark gebildete Bevölkerung haben, mit größerer Wahrscheinlichkeit demokratisch sind und in dem Text der dazu neben der Abbildung zu finden ist, verlinke ich dann zu Studien, die über die reine Korrelation quasi hinausgehen und tatsächlich versuchen, einen kausalen Effekt zu untersuchen von Bildung auf Demokratie.

Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Genau. Ich denke auch, das ist ein Punkt, dass wir kommunizieren können, was die Forschung darüber weiß, wie wir die Welt demokratischer, gerechter, reicher machen können. Und dass es uns zeigt, was uns diese Institutionen oder Technologien oft nutzen. Zum Beispiel bei der Demokratie, da gibt es vielleicht zwei Punkte. Eine wichtige Verbindung von der Demokratie ist hin zu Kriegen. Was auch ein Thema in der Publikation ist. Und es wird bezeichnet als die Theorie von demokratischem Frieden. Und wir haben sowohl gute theoretische Modelle oder Überlegungen, als auch gute empirische Evidenz, dass demokratische Länder weniger oft oder weniger wahrscheinlich mit anderen demokratischen Ländern im Krieg stehen als autokratische Länder. Dass Demokratie in dieser Weise zu Frieden führt. Und vielleicht ein anderer Aspekt bei der Demokratie ist, dass wir wissen, dass in Demokratien es keine Hungersnöte gibt. Hungersnöte sind im 20. Jahrhundert/21. Jahrhundert nicht Probleme von der Nahrungsknappheit, sondern das sind Probleme von der Nahrungsverteilung. Und oft ist es in Ländern, in denen es Hungersnot gibt, oft ist es überraschend einfach, diese Hungersnot zu beenden oder wäre es überraschend einfach, diese Hungersnot zu beenden. Zum Beispiel in den großen Hungersnöten in den 70ern und 80ern in Äthiopien, da hat es kleine Teile von Äthiopien betroffen, während andere Teile von Äthiopien gut mit Nahrung versorgt werden. Und es wäre einfach möglich gewesen, diese Nahrung dorthin zu transportieren, wo sie benötigt worden wäre. Aber in autokratischen Regierungen kommt es oft vor, dass die Regierung mehr damit beschäftigt ist, ihr eigenes Ansehen zu retten und versucht, die Berichte über die Hungersnot zu unterdrücken oder einfach ein völliges Desinteresse an dem Wohlergehen der Bevölkerung hat und dann die Nahrung nicht so umverteilt, wie es möglich gewesen wäre. Das gleiche gilt für Nordkorea in der großen letzten Hungersnot dort. Und dann gibt diese langfristige Perspektive und diese empirische Darstellung gibt einfach zwei gute Gründe, Frieden und keine Hungersnöte, die Demokratie so enthusiastisch zu verteidigen, wie sie es verdient.

Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Ich denke, es ist fast schwieriger zu beantworten, warum man das nicht häufiger macht. Die Möglichkeiten, im Internet Sachen zu publizieren sind offensichtlich in vielerlei Weise oft viel abwechslungsreicher und besser denke ich als auf Papier. Und verschiedene Zeitungen zum Beispiel machen extrem gute Arbeit im Internet und nutzen die Möglichkeiten. In der Wissenschaft ist es leider oft so, dass die Technologie, mit der unsere Ergebnisse publiziert werden können, die hätte auch Gutenberg am Tag danach verwenden können. Wir schreiben vielleicht die wissenschaftlichen Veröffentlichungen und machen sie im Netz verfügbar, aber das sind immer noch DIN A4 Seiten, die wir dann aus dem PDF herunterladen und ausdrucken. Und diese Menge an empirischen Daten die bietet sich im Internet einfach zur Veröffentlichung an, weil damit auch, ich meine vielleicht hilft es, wenn man konkreter wird, wir haben Daten zur Entwicklung der Einkommensungleichheit für 50 oder 80 Länder auf der Erde und wenn ich versuchen würde, einen Überblick zu geben über die Entwicklung der Einkommensungleichheit in einem Buch, dann müsste ich mir aus den 80 Ländern die fünf Länder raus suchen, die ich gerade am interessantesten finde und dann zeige ich eben Frankreich, USA, Deutschland, Schweden und Japan und alle anderen 75 Länder die halte ich dem Leser vor und er kann die Daten nicht sehen. Im Internet ist es kein Problem, die Daten für fünf Länder auszuwählen und standardmäßig anzuzeigen und per Fingerklick ist es für den Leser möglich, auch die Daten für Brasilien oder Südafrika oder Italien verfügbar zu machen. Also für die Arbeit ist das Internet extrem hilfreich.

Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Ja.

Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Max Roser
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Max Roser
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Tim Pritlove
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Naja ich finde ja, ich meine die Plots und die Auswertungen, die jetzt bei our world in data sind, die sind ja jetzt nicht bestechend dadurch, dass sie jetzt besondere Komplexität hätten, sondern es ist eigentlich eher die einfache Darstellung sozusagen, das richtige Herauswählen der richtigen Daten und das in Kontext stellen miteinander, was glaube ich hier eine Rolle spielt. Also was ich da so rausziehe ist, also ich finde wissenschaftliche Arbeiten auf einmal spannend, wenn ich die Möglichkeit habe, mir diese Ergebnisse einfach leichter vorzustellen. Und da hilft nun mal einfach so eine Grafik enorm. Und was ich natürlich auch hier sehe bei dem Projekt, dass man einfach die Kollaboration auch anheizt. Also in dem Moment, wo man ... ich meine es mag jetzt jemanden geben, der ist halt sehr gut darin, die Daten zu gewinnen. Das ist so ein bisschen so der Miner sozusagen. In der Datenmine wird halt überhaupt erst mal so das Datenerz zusammengesammelt und es gibt halt Leute, die sich darauf spezialisieren, aber deren Ding vielleicht diese Visualisierung erst mal gar nicht ist. Die einem einfach sagen, okay hier sind jetzt die Daten. Dann kommen die nächsten Leute, die sagen, okay, wir bringen das jetzt hier mal in einen Kontext und versuchen mal, die Richness, also sozusagen das was in diesen Daten drinliegt auch durch eine ordentliche Visualisierung herauszuheben. Das würde ich jetzt mal sagen ist das, was eigentlich our world in data primär macht. Und der nächste Schritt ist halt, dass man die Daten dann quasi auch wieder bereitstellt und so eine Challenge eigentlich daraus macht und sagt, okay hier sind die Daten, das war der First Take, was könnt ihr jetzt damit machen? Was sind die anderen Sachen, mit denen man das noch korrelieren kann. Bis hin zu, welche Standards lassen sich vielleicht aus solchen Prozessen ableiten?

Max Roser
1:24:41

Und das funktioniert auch. Das sehe ich auch dann, Leute laden die Daten dort von meiner Publikation runter und dann machen sie ihre eigene Arbeit damit und dann schicken es mir manchmal per E-Mail oder per Twitter und teilen es wieder zurück. Das ist auch extrem cool, zu sehen, dass diese Zusammenarbeit so funktioniert. Und insgesamt ist es ein bisschen verrückt, dass wir nicht mehr zusammenarbeiten in der Sozialwissenschaft, nicht nur in der Ökonomie ... der Großteil von den Veröffentlichungen haben einen Autor, zwei, ab und zu mal vielleicht drei Autoren. Das heißt, dass dieser eine Autor, in den meisten Fällen ist es immer noch ein Autor, tatsächlich alles macht, von der Datenbeschaffung, manchmal wenn es Primärdatenerhebung ist, dann reist er nach Afrika und macht dort die Studien, dann ist er der, der die Daten weiterverwendet in der statistischen Software. Und die Daten sauber macht und die Daten visualisiert und die Analyse schreibt und die Theorie dazu schreibt und den Literaturüberblick schreibt. Und das ist alles ein und dieselbe Person. Die Ökonomen, in den Vorlesungen reden wir den ganzen Tag davon, wie wichtig nicht die Arbeitsteilung für die Produktivität ist und dann setzen wir uns an unseren Arbeitstisch und schreiben unser Paper ganz alleine von Anfang bis Ende. Und ich denke, wir könnten viel viel bessere Arbeit machen, wenn wir mehr Arbeit in kleineren Schritten teilen würden mit Kollegen und mehr Zusammenarbeit mit anderen Experten in verschiedenen Tätigkeiten suchen würden.

Tim Pritlove
1:26:19
Max Roser
1:27:17
Tim Pritlove
1:28:30
Max Roser
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Tim Pritlove
1:29:18
Max Roser
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Tim Pritlove
1:29:34
Max Roser
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Tim Pritlove
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